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Bologna 2000

Landkarte von Italien

Vom 17.01.2000 bis zum 03.02.2000 fand in Bologna, eine Konferenz des European Council of Steiner Waldorf Schools statt. Der Circus Calibastra war vom 28.01. bis zum 31.01.2000 unterwegs. Am Sonntag den 30.01. haben 47 Artisten und Musiker den Teilnehmern und Gästen einen Ausschnitt aus dem Circusprogramm präsentiert. Weitere Aufführungen wurfen von Chören der Waldorfschulen in Milano und Avignon sowie einem Theater der Waldorfschule in Prag bestritten.

"Bologna", schon Wochen vorher war das ein vertrautes, immer öfter auftauchendes Wort. Ob nach einer ätzenden Mathestunde oder beim Clownsproben, es klang nach Reise, Circusluft und natürlich nach Italien. Freitag morgen um 7 Uhr sollte es losgehen. Manch Fenster der Schule war schon hell erleuchtet, draußen jedoch lag alles noch in schläfrigem Grau. Neben dem grossen Bus im Schulhof standen mehr oder weniger müde Gestalten, dick eingemummt zwischen schemenhaft zu erkennenden Gepäckbergen. "Los, einpacken ...", eine halbe Stunde später fuhr der Bus an, jeder hatte seinen Platz gefunden. Der Gepäckraum war voll und der Rücksitzt mit Kostümkisten belegt. Die grossen Matten hinten im Gang wurden bald als gemütlicher Schlafplatz entdeckt und auch fast immer belegt.

So alle zwei oder drei Stunden ertönte eine uns bald wohlbekannte Stimme, die uns die nächste Pause ankündigte. "Hi Fans" wurde Busfahrer Bernds typischer erster Satz, dem einige informative Bemerkungen folgten und an dessen Schluss das "Und gell: Cool bleiben, locker bleiben" nicht fehlen durfte. Die Nächte verbrachten wir in den Räumen zweier Yoga-Zentren (mit viel Yogatee, der aus Versehen für Kaffee gehalten wurde und viel hysterischen Ölen).

Schon am ersten Abend überraschten uns die Italiener in ihrer Art uns alle (aus Prag, Avignon und Deutschland) satt zu bekommen, und das in kürzester Zeit. Überhaupt sollte an dieser Stelle die italienische Organisation gelobt werden, wenn auch die Vegetarier erst einmal verdutzt vor ihrem Stück Käse sassen. Das Essen fassen brachte allerdings immer einen erschreckend grossen Müllberg zusammen. Am Samstag war Stadtbummel angesagt. Nachdem uns Herr Sandkühler einiges Wissenswertes über die Stadt erzählt hatte, teilten wir uns in kleinere Gruppen auf, um noch ein wenig die Stadt zu erkunden. Der Bummel durch Bologna war echt schön, die engen Gassen mit den orangefarbenen Häusern und der flatternden Wäsche vor den Fenstern, ließ uns den italienischen Flair genießen.

Aber dann ging's erst richtig los: für den Abend war nämlich Zirkusprobe angesagt. Die Halle in der wir auftreten sollten lag etwas außerhalb. Sie war wirklich gross, vor allem wenn man sich vorstellte, dass wir da vorne auf der breiten Bühne stehen würden und über die hoffentlich gefüllten, roten Sitzreihen bis zum Eingang zu hören sein sollten (Da war nichts mit "in den Basketballkorb sprechen"). Die Generalprobe dauerte bis um 24 Uhr, weil wir zwischendurch die Bühne für zwei Auftritte räumen mussten. Der Einzug den wir danach doch noch zusammenbekamen war bombastisch (Power um 22 Uhr!). Hier ein Riesenlob an die Musik und besonders Hanna und Jenni (Schülerinnen der Uhlandshöhe), die mit Klarinette und Klavier die Band verstärkten.

Die Zuschauerreihen waren erstaunlich voll, als wir am Sonntag zur Mittagszeit in der Halle eintrafen, überall italienisches Geschnatter. Also nix wie los, auf zum Umziehen, Einspielen und Schminken. Spätestens als die ersten in ihren Kostümen am Schminkkoffer standen und die Musik die erste Melodie anspielte, da war sie da: Die Circusstimmung. Herr Sandkühler erfreute alle mit einer kleinen Rede auf italienisch, englisch und französisch. Die Musik setzte ein, das Zeichen für uns mit dem "Clownsmarsch" zu beginnen und der Einzug folgte. Das Publikum ging begeistert mit. Hinter der Bühne wurden Kostüme zurechtgerückt, Requisiten geschnappt und Daumen gedrückt. 1 1/2 Stunden Programm!

Als wir Clowns zur Verabschiedung hineinstürmten packte mich schon ein kleiner Hauch Abschiedsluft aber gleich umhüllte uns der Jubel des Publikums und der Auszug begann, mitten durch den Saal, zwischen den klatschenden Leuten hindurch, in die kalte Luft hinaus.

Es war einmal wieder einfach herrlich und ich möchte diesen Abschnitt mit einem ganz grossen Dank für dieses wunderschöne Erlebnis beenden. "Ciao Bologna, bis zum nächsten Mal". Und nicht vergessen: "Locker bleiben!"

Friedeborg Kühne